Ich stelle deine persönlichen Erfahrungen überhaupt nicht infrage. Mein Beitrag richtet sich aber nicht gegen Menschen mit solchen Erfahrungen, sondern gegen einfache Erklärungen für komplexe Probleme. Genau deshalb versuche ich, zwischen persönlichen Erlebnissen und überprüfbaren Zusammenhängen zu unterscheiden.
Ich glaube, du liest etwas in meinen Text hinein, das dort gar nicht steht. Es geht mir weder um Marxismus noch um linke Ideologien. Mir geht es darum, dass komplexe Probleme selten einfache Schuldige haben. Genau dieses Muster kritisiere ich, egal ob es von rechts, links oder aus der politischen Mitte kommt. Wer stattdessen mit Etiketten arbeitet, bestätigt eigentlich genau den Mechanismus, den ich im Beitrag beschreibe.
Der Kern, der in dem Post mitschwingt aber nicht deutlich benannt wird ist meines Erachtens die Austeritätspolitik die immer ausführlicher betrieben wird und die für alle immer sicht- und spürbarer wird. Eine Austeritätspolitik, die schon das Dritte Reich hervorgebracht hat und die trotz dieser bekannten Zusammenhänge wiederholt wird. Wie dumm muss man sein wenn man die gleichen Fehler zweimal macht?
Ich kann viele Wähler nicht außen vorlassen: Sie hätten die Chance ihre Stimme an Oppositionsparteien mit mehr Sachverstand zu geben, wählen aber eine Partei die unverkennbar uns ins Verderben führt
Ich kenne Wähler der AfD die mit der Politik der etablierten Parteien nicht zufrieden sind. Und wenn man dann ins Gespräch kommt sind hauptsächlich die Grünen schuld. Dann folgen SPD und die Union. Merkwürdigerweise nicht die Linke da sie nicht so präsent ist.
Wenn ich dann frage warum eine so weit rechte Partei erklärt man mir dass es ein Protest ist damit die etablierten Parteien aufwachen. Protest? Die Stimme einer schon recht starken Partei geben?
Und dann kommt der Knackpunkt: wenn ich sage man könnte doch eine kleine Partei wählen die nicht die 5% Hürde schaffen würde, das wäre Protest. Und ob sie wollen dass wir einen Rechtsextremen Kurs in der Bundesrepublik einschlagen wollen. Einige sehen genau das ein. Und da hoffe ich auf eine Wende.
Nur eines macht mich nachdenklich. Die Grünen werden absolut angefeindet. Obwohl wir die Umwelt absolut missbrauchen.
Völlig richtig, und das ist der oft übersehene Punkt: Die Union hat die Bühne gebaut, auf der die AfD jetzt tanzt. Söder hat die Grünen zeitweise zum Hauptfeind erklärt, Klimapolitik zur Verbotspolitik, Gendern zum Staatsfeind. Er wollte AfD-Wähler zurückholen und hat das Gegenteil erreicht: Wer jahrelang hört, eine demokratische Partei sei an allem schuld, wählt am Ende die, die das am lautesten brüllt – und das ist das Original, nicht die Kopie. Dazu das Versprechen „Wir machen es besser”, das nicht eingelöst wurde. Wenn selbst die enttäuschen, wandert die Hoffnung zu dem, der ein „früher” verkauft, das es nie gab. Die Leute sehen nur, was sich verändert – nicht, was ohne Veränderung kaputtgeht. Wandel wird bestraft, Nichtstun belohnt. Genau diese Lücke wird hochgepusht.
Pardon für die ketzerische Frage: Für wen schreibst du das ? Ich wohne in Ost-Deutschland und kenne die Diskussionen hier. Mit solchen Texten erreichst du von dem Publikum der AfD genau 0,0%.
Ich schreibe das nicht, weil ich glaube, damit AfD-Wähler in Scharen umzustimmen. Ich schreibe es, weil ich mich frage: Was passiert, wenn im Netz irgendwann nur noch Desinformation steht und keine sachlichen Berichte mehr? Wenn jemand ständig dasselbe liest, fängt er irgendwann an, es für wahr zu halten - unabhängig davon, ob es stimmt. Das ist keine Theorie, das ist, wie Meinungsbildung funktioniert, wenn eine Seite den Raum dominiert.
Also versuche ich, sauber zu berichten. Ich lege Quellen offen, die jeder selbst prüfen kann. Ich behaupte nichts, was ich nicht belegen kann. Kein Framing, keine Übertreibung, so nüchtern wie möglich. Nicht damit ich klug dastehe, sondern damit es die Information gibt, die man daneben legen kann, wenn man selbst entscheiden will, was stimmt.
Ob das bei überzeugten AfD-Wählern etwas bewirkt, weiß ich nicht, wahrscheinlich selten. Aber es gibt auch die, die noch unsicher sind, die mitlesen und noch nicht wissen, wem sie glauben sollen. Für die ist es wichtig, dass es überhaupt noch die andere, belegte Version gibt - und nicht nur die eine, die am lautesten schreit.
Eine Gegenfrage: Ist es dir lieber, wenn ich nicht mehr über solche Dinge schreibe? Sollten auch alle anderen aufhören, sachlich und faktenorientiert zu schreiben?
Leider habe ich keinerlei Hoffnung, dass sich etwas ändert. Auch weiß ich nicht mehr, wen ich wählen soll. Faschisten sind für mich tabu, aber selbst die Grünen haben nie wirklich dem Neoliberalismus - die Ursünde - den Garaus gemacht. Die SPD ist nicht mal mehr ein Schatten ihrer selbst, die Linke ist mir zu dogmatisch und russophil. Viele, für die die AFD keine Alternative ist, sind ratlos und schauen pessimistisch in die Zukunft.
Ich stelle deine persönlichen Erfahrungen überhaupt nicht infrage. Mein Beitrag richtet sich aber nicht gegen Menschen mit solchen Erfahrungen, sondern gegen einfache Erklärungen für komplexe Probleme. Genau deshalb versuche ich, zwischen persönlichen Erlebnissen und überprüfbaren Zusammenhängen zu unterscheiden.
Ich glaube, du liest etwas in meinen Text hinein, das dort gar nicht steht. Es geht mir weder um Marxismus noch um linke Ideologien. Mir geht es darum, dass komplexe Probleme selten einfache Schuldige haben. Genau dieses Muster kritisiere ich, egal ob es von rechts, links oder aus der politischen Mitte kommt. Wer stattdessen mit Etiketten arbeitet, bestätigt eigentlich genau den Mechanismus, den ich im Beitrag beschreibe.
was soll man dazu noch sagen, präzise auf den Punkt gebracht. Danke dafür!
Danke.
Der Kern, der in dem Post mitschwingt aber nicht deutlich benannt wird ist meines Erachtens die Austeritätspolitik die immer ausführlicher betrieben wird und die für alle immer sicht- und spürbarer wird. Eine Austeritätspolitik, die schon das Dritte Reich hervorgebracht hat und die trotz dieser bekannten Zusammenhänge wiederholt wird. Wie dumm muss man sein wenn man die gleichen Fehler zweimal macht?
Ach Stefan, wiedermal super geschrieben und so wahr !!! Toll und Dankeschön dafür ..
Danke dir
Ich kann viele Wähler nicht außen vorlassen: Sie hätten die Chance ihre Stimme an Oppositionsparteien mit mehr Sachverstand zu geben, wählen aber eine Partei die unverkennbar uns ins Verderben führt
Moin erst mal
Ich kenne Wähler der AfD die mit der Politik der etablierten Parteien nicht zufrieden sind. Und wenn man dann ins Gespräch kommt sind hauptsächlich die Grünen schuld. Dann folgen SPD und die Union. Merkwürdigerweise nicht die Linke da sie nicht so präsent ist.
Wenn ich dann frage warum eine so weit rechte Partei erklärt man mir dass es ein Protest ist damit die etablierten Parteien aufwachen. Protest? Die Stimme einer schon recht starken Partei geben?
Und dann kommt der Knackpunkt: wenn ich sage man könnte doch eine kleine Partei wählen die nicht die 5% Hürde schaffen würde, das wäre Protest. Und ob sie wollen dass wir einen Rechtsextremen Kurs in der Bundesrepublik einschlagen wollen. Einige sehen genau das ein. Und da hoffe ich auf eine Wende.
Nur eines macht mich nachdenklich. Die Grünen werden absolut angefeindet. Obwohl wir die Umwelt absolut missbrauchen.
Völlig richtig, und das ist der oft übersehene Punkt: Die Union hat die Bühne gebaut, auf der die AfD jetzt tanzt. Söder hat die Grünen zeitweise zum Hauptfeind erklärt, Klimapolitik zur Verbotspolitik, Gendern zum Staatsfeind. Er wollte AfD-Wähler zurückholen und hat das Gegenteil erreicht: Wer jahrelang hört, eine demokratische Partei sei an allem schuld, wählt am Ende die, die das am lautesten brüllt – und das ist das Original, nicht die Kopie. Dazu das Versprechen „Wir machen es besser”, das nicht eingelöst wurde. Wenn selbst die enttäuschen, wandert die Hoffnung zu dem, der ein „früher” verkauft, das es nie gab. Die Leute sehen nur, was sich verändert – nicht, was ohne Veränderung kaputtgeht. Wandel wird bestraft, Nichtstun belohnt. Genau diese Lücke wird hochgepusht.
Danke für die Recherche und den Text.
Pardon für die ketzerische Frage: Für wen schreibst du das ? Ich wohne in Ost-Deutschland und kenne die Diskussionen hier. Mit solchen Texten erreichst du von dem Publikum der AfD genau 0,0%.
Gute Frage, die beantworte ich ehrlich.
Ich schreibe das nicht, weil ich glaube, damit AfD-Wähler in Scharen umzustimmen. Ich schreibe es, weil ich mich frage: Was passiert, wenn im Netz irgendwann nur noch Desinformation steht und keine sachlichen Berichte mehr? Wenn jemand ständig dasselbe liest, fängt er irgendwann an, es für wahr zu halten - unabhängig davon, ob es stimmt. Das ist keine Theorie, das ist, wie Meinungsbildung funktioniert, wenn eine Seite den Raum dominiert.
Also versuche ich, sauber zu berichten. Ich lege Quellen offen, die jeder selbst prüfen kann. Ich behaupte nichts, was ich nicht belegen kann. Kein Framing, keine Übertreibung, so nüchtern wie möglich. Nicht damit ich klug dastehe, sondern damit es die Information gibt, die man daneben legen kann, wenn man selbst entscheiden will, was stimmt.
Ob das bei überzeugten AfD-Wählern etwas bewirkt, weiß ich nicht, wahrscheinlich selten. Aber es gibt auch die, die noch unsicher sind, die mitlesen und noch nicht wissen, wem sie glauben sollen. Für die ist es wichtig, dass es überhaupt noch die andere, belegte Version gibt - und nicht nur die eine, die am lautesten schreit.
Eine Gegenfrage: Ist es dir lieber, wenn ich nicht mehr über solche Dinge schreibe? Sollten auch alle anderen aufhören, sachlich und faktenorientiert zu schreiben?
Das spricht mir aus der Seele... Und auch aus dem Kopf, falls das zu trennen ist 😉
Herzlichen Dank.
Toll geschrieben, wie immer. Ich wuensche dir eine tolle Woche.
Herzlichen Dank. Das wünsche ich dir auch. 😊
Leider habe ich keinerlei Hoffnung, dass sich etwas ändert. Auch weiß ich nicht mehr, wen ich wählen soll. Faschisten sind für mich tabu, aber selbst die Grünen haben nie wirklich dem Neoliberalismus - die Ursünde - den Garaus gemacht. Die SPD ist nicht mal mehr ein Schatten ihrer selbst, die Linke ist mir zu dogmatisch und russophil. Viele, für die die AFD keine Alternative ist, sind ratlos und schauen pessimistisch in die Zukunft.
Herr Weichelt!
Herzlichen Dank für Ihre Beiträge !
Vielen Dank.